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Atommüll in Morsleben - Atomkraft stoppen!

Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben ist ein ehemaliges Kalisalzbergwerk –ausgehöhlt und instabil – für  Atommüll denkbar ungeeignet.
Dennoch befinden sich 37.000 m³ radioaktive Abfälle hier unter der Erde. Und das ERAM mit sieben Ebenen und Hunderten von Kavernen, Stollen, Bohrungen und Schächten ist alles andere als standsicher. Wir – der BUND Sachsen-Anhalt – haben 1998 mit Unterstützung von Greenpeace und BI Morsleben geklagt und gewonnen. Nun darf seit 25. 9. 1998 nicht mehr eingelagert werden. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), plant nun das Lager nach weiträumiger Verfüllung zu verschließen.

Und wir fragen uns: Sicher? Für eine Million Jahre?
Wie ist ein dauerhafter Verschluss in diesen geologischen Verhältnisse möglich?Wie kann es gehen, dass mit der Lagerung in dem ehemaligen Salzbergwerk die Radioaktivität der Abfälle für alle Zeiten nicht in die Biosphäre gelangt?

Im nun auf den Einwendungszeitraum folgenden Erörterungsverfahren Ende 2010 geht es uns weiterhin darum, Fragen zu stellen, es geht um die Sicherheitsinteressen der Menschen, die hier wohnen, aber auch um eine politische Frage: Nämlich die exemplarische Bedeutung, die das Verfahren für den zukünftigen Umgang mit Atommüll hat und die nicht hinnehmbare Absenkung der Anforderungen an die Endlagerung von Atommüll.


Die aktuelle Politik
Deutschlands Stromkonzerne wollen die Laufzeiten ihrer ältesten Atomkraftwerke verlängern. Zwar reden E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW in diesem Zusammenhang oft von Klimaschutz, Ziel ist es aber die Konzerngewinne zu steigern. Bis zu 300 Millionen Euro Zusatzgewinn jedes Jahr winken, da spielen die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung offenbar keine Rolle mehr.

Aktuell geht es den Konzernen darum, Strommengen von neueren auf die ältesten Reaktoren zu verlagern, mit dem Ziel diese nicht – wie eigentlich vom Atomgesetz vorgesehen – in dieser Legislaturperiode vom Netz zu nehmen. Letztlich wollen die Konzerne den Atomausstieg in Deutschland rückgängig machen.

Verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken würden die Menge des anfallenden hochradioaktiven Atommülls in Deutschland um rund 60 Prozent erhöhen. Statt 10.800 Tonnen abgebrannter Brennelemente, die bis zur geplanten Beendigung der Atomenergienutzung im Jahr 2022 anfielen, würde die von Angela Merkel vorgeschlagenen 15 Jahre verlängerte Laufzeit den Atommüllberg auf 17.550 Tonnen anwachsen lassen. Jedes zusätzliche Betriebsjahr etwa 450 Tonnen mehr hochradioaktive abgebrannte Brennelemente!

In keinem Land der Erde ist bis heute ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Betrieb. Und ein "sicheres" Endlager für Strahlenmüll mit Halbwertszeiten von mehreren zehntausend Jahren kann es wohl ohnehin niemals geben. Kein Mensch kann heute sagen, wie die politischen und geologischen Verhältnisse auf der Welt in 500, geschweige denn in Tausenden von Jahren aussehen.

Atommüll bleibt also eine tickende Zeitbombe für alle nachfolgenden Generationen.

Der so genannte Atom-Konsens vergrößert das Entsorgungsfiasko: Seit dem Beginn der Atomenergienutzung vor 30 Jahren sind in der Bundesrepublik über 180.000 Kubikmeter radioaktiver Abfälle angefallen.
Diese Menge verdoppelt sich in etwa durch die im Atom-Konsens im Jahr 2001 mit der Industrie vereinbarten Laufzeiten, so dass bei den jetzigen Vereinbarungen am Ende rund 330.000 Kubikmeter Atommüll endgelagert werden müssen.

In Morsleben geht es um 37.000 m³ radioaktive Abfälle – Doch wohin mit dem anderen Atommüll?

Der BUND Sachsen-Anhalt will gemeinsam mit der Bürgerinitiative Morsleben über das ERAM-Schließungskonzept informieren, auch die unbequemen Fragen stellen und diskutieren, und uns auf die bevorstehende Erörterung der eingereichten Einwendungen vorbereiten.
Bei diesem Verfahren zur Planfeststellung wird erörtert, was an Einwendungen erhoben wurde - nur das kann später gerichtlich eingefordert werden.

Mit dem "Sonderfonds ERA Morsleben-Stillegung" sammeln wir Spenden für die Kosten der wissenschaftlichen Beratung, die Kosten der Rechtsberatung sowie der späteren Durchführung und Finanzierung von Klagen.

Unterstützen Sie uns:

Konto 166 98 00 bei der Volksbank Magdeburg
BLZ 810 932 74
Stichwort "Sonderfonds ERAM" 

 


Mehr zur Morsleben www.bi-morsleben.de
Infos zur Morsleben-Einwendungs-Kampagne aus 2009 www.morsleben-kampagne.de

Atomausstieg selber machen...

Was Sie noch tun können:
Wechseln Sie ihren Stromanbieter,
wechseln Sie zu Ökostrom -
Fordern Sie Nachbarn, Bekannte auf:
Gegen diesen strahlenden Wahnsinn zählt jeder Wechsel!

www.atomausstieg-selbermachen.de



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